Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Verschwinden des Malaysia-Airline-Fluges MH370 mit 239 Menschen an Bord am 08. März 2014 (siehe Blogbeitrag: Flug MH370) ist dieser aufs Neue in meinen Fokus gerückt:
Malaysia hatte einer erneuten, privat durchgeführten Tiefsee-Aktion nach dem Wrack von Flug MH370 zugestimmt.
Ende Dezember 2025 begann eine neue Unterwasser-Operation in einem eingegrenzten Bereich im südlichen Indischen Ozean.
Die Spezialfirma Ocean Infinity führt die Suche mit modernen autonomen Unterwasserfahrzeugen durch. Das sind unbemannte „Roboter‑U‑Boote“. Sie fahren nach einem vorprogrammierten Raster über den Meeresgrund und kehren selbstständig zum Mutterschiff zurück, um ihre Daten abzuladen. Sie senden Schallwellen aus, um ein detailliertes Bild vom Boden des Weltmeeres zu erhalten. Über magnetische Messungen können Metallteile eines Flugzeugs erkannt werden.
Etwa 7.571 km² Meeresboden im südlichen Indischen Ozean wurden abgesucht, ohne dass man Wrackteile entdeckte.
Gestern nun, wurde die Suche wegen schlechter Wetter- und Seebedingungen leider unterbrochen.
Ocean Infinity erhält nur dann eine Zahlung von 70 Millionen US-Dollar, wenn der Hauptrumpf der Boeing 777 tatsächlich gefunden wird.
Wichtig ist auch die Blackbox, um die Ursache des Flugzeugabsturzes ermitteln zu können.
Sie gilt immer noch als auslesbar. Ein Präzedenzfall ist der Flug AF 447 (Absturz eines Air-France-Flugs von Rio de Janeiro nach Paris im Jahr 2009 mit 228 Toten), dessen Flugschreiber nach zwei Jahren vollständig auswertbar war. Er wurde aus etwa 4000 m Tiefe im Atlantik geborgen.
Doch bisher wurden von Flug MH370 nur einzelne Wrackteile an unterschiedlichen Küsten entdeckt.
Der Stimmrekorder könnte Aufschluss geben, was sich während des Fluges im Cockpit ereignet hat. Es gibt einige Indizien, die auf einen erweiterten Suizid durch einen der beiden Piloten hinweisen:
– Zunächst hieß es, der Flugkapitän habe private Probleme gehabt, die als Grund für einen Selbstmord infrage kämen. Ich hatte in dem oben genannten Beitrag darüber berichtet. Die Familie und Freunde des Kapitäns widersprachen den medialen Darstellungen öffentlich.
– Präzises Manöver: Das Flugzeug führte eine exakt kalkulierte Wende am Grenzübergang zwischen malaysischem und vietnamesischem Luftraum durch, genau dort, wo die Aufmerksamkeit der Fluglotsen am geringsten ist.
– Der Transponder und die Kommunikationssysteme wurden nacheinander und gezielt deaktiviert. Somit erscheint ein plötzlicher Kurzschluss unwahrscheinlich. Dieses Gerät ist ein Funkgerät im Flugzeug, das automatisch die Kennung und die Flughöhe an die Flugsicherung sendet. Es wurde 14 Minuten nach dem Start von Hand ausgeschaltet. Dadurch verschwand die Maschine vom normalen Radar der Fluglotsen und war nur noch schwer über militärisches Radar (ohne Höhen- und Kennungsdaten) verfolgbar. Das gezielte Abschalten gilt als eines der stärksten Indizien für eine vorsätzliche Handlung im Cockpit.
– Auf dem Heim-Flugsimulator des Flugkapitäns wurde eine gelöschte Route gefunden, die vom Start in Kuala Lumpur über die Straße von Malakka bis in den südlichen Indischen Ozean führte. Sie war nahezu identisch mit dem tatsächlichen Flugverlauf von MH370.
Die Maschine flog noch sieben Stunden weiter, fernab von allen Ausweichflughäfen, bis der Treibstoff ausging. Dies passt zu einem geplanten Suizid-Szenario.
Der malaysische Abschlussbericht von 2018 konnte die Ursache nicht bestimmen und fand keine Beweise, die einen der Piloten eindeutig belasten.
Es fehlen die Aufzeichnungen aus dem Cockpit. Im Fall von Flug 4U9525 wurde die Blackbox gefunden. So konnte die Täterschaft von Andreas Lubitz durch die Cockpit-Aufnahmen, die Flugdaten sowie durch seine vorangegangenen Internetrecherchen zweifelsfrei nachgewiesen werden.
Ich wünsche den Angehörigen von Flug MH370, dass der Flugschreiber bald entdeckt wird. Es muss für sie eine äußerst quälende Situation sein. Der Verlust dürfte kaum greifbar sein. Es gibt keine eindeutigen Beweise. Ein Abschiednehmen ist nicht möglich, weil die Opfer bis heute nicht gefunden wurden. In einer solchen Lage würde sich bei mir immer wieder der Gedanke einschleichen: Jens könnte noch am Leben sein. Der Trauerprozess ist für Hinterbliebene von Flug MH370 extrem gestört. Auch dadurch, dass es ohne Leiche normalerweise kein Grab gibt. Die Angehörigen konnten ihre Lieben nicht bestatten. Damit entfallen Rituale, die für ein bewusstes Abschiednehmen wichtig gewesen wären.
Wiederholt wurden Suchphasen ergebnislos beendet und aufkeimende Hoffnungen zerstört. Das Leid wird vergrößert, offene Fragen bleiben bestehen.
Die Aktion wird in der ruhigen Seesaison zwischen November 2026 und April 2027 fortgesetzt. Dabei soll das noch nicht abgesuchte Restgebiet von rund 7.430 km² im südlichen Indischen Ozean vollständig erkundet werden.
Ich hoffe für die Angehörigen von Flug MH370, dass das Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird.
© Brigitte Voß
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