26.10.2019, Sonnabend – Heimflug

Wir müssen zeitig aufstehen.
Auf der zweistündigen Fahrt mit dem Mietwagen zum Flugplatz bei Marseille muss sich Sassa übergeben. Sie hat resigniert und begriffen, dass sie mit dem Flugzeug nach Hause fliegen muss. Sie ist sehr nervös. Der Durchfall von Timo hat sich verstärkt. Wir legen Pausen ein.


Seit dem letzten Flug denke ich erneut und das recht plastisch an die Todesangst, die Jens und die anderen Flugzeuginsassen ausstehen mussten, bevor der mörderische Aufprall auf dem Fels folgte.
Die Luftlöcher die uns auf dem Herflug senkrecht in eine gefühlte Unendlichkeit haben absacken lassen, sind an keinem von uns spurlos vorbeigegangen.
Der Abflug verzögert sich wegen Nebel. Obwohl die Enkelin ängstlich ist, weint sie nicht. Sie wird es wohl für lange Zeit vermeiden, ein Flugzeug zu betreten. Der Schock sitzt tief.


Der Flug verläuft glücklicherweise normal. Wie beim Hinflug erhalten die Kinder kleine Geschenke. Vier Stunden Aufenthalt in Frankfurt. Wir warten in einer Lounge mit Blick auf die startenden und landenden Maschinen. Ich bespaße die Enkel.
Der Flug zum heimischen Flugplatz verschiebt sich aus nichtgenannten Gründen um eine Stunde. Wir sind todmüde. Die Kinder halten tapfer durch.
Endlich starten wir.
Gegen 20 Uhr kommen wir wieder zuhause an – wohlbehalten.

© Brigitte Voß


Entdecke mehr von SEELENRISSE

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar