Die Welt spielt verrückt. Man könnte an die Weissagungen des Nostradamus erinnert werden. In Gesellschaft und Natur spielen sich erstaunliche und gefährliche Vorgänge ab. Es folgen nur wenige Beispiele der vergangenen drei Jahre:
Das Capitol wird von Anhängern von Donald Trump gestürmt. Der erste Fall der Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland wird bestätigt, sie wird als hochgradig übertragbar beschrieben. Die Buschfeuer in Australien zerstören Millionen Hektar Land und sind kaum zu stoppen, wegen gewaltiger Stürme und massiver Überschwemmungen müssen Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Todesopfer sind zu beklagen und Wohngebäude werden zerstört. Wissenschaftler geben bekannt, falls sich nichts ändert, sei bis zum Jahr 2100 eine Erderwärmung von bis zu drei Grad wahrscheinlich. Sie warnen, dass es in Zukunft zu weitaus mehr Extremwetterlagen in allen Teilen der Erde kommen könnte. Viele klimatische Kipppunkte seien bereits erreicht und nicht umzukehren.
Nicht zu vergessen die Terroranschläge, in Deutschland und der Welt.
Da nimmt sich die Ohrfeige für Frankreichs Präsident Macron recht harmlos aus.
Das Schlimmste: Vor wenigen Tagen begann der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Ein Krieg in Europa. Für mich ist er noch näher, da der Mann meiner Freundin Ukrainer ist. Beide leben in Deutschland, seine Eltern und Verwandtschaft in der Ukraine. Was ist das nur für eine Welt!
In dieser Dunkelheit taucht manchmal eine vage Ahnung auf, die ich stets versuche, zu verdrängen. Vielleicht wird Jens, dort, wo er jetzt ist, vor den Ängsten, dem Leid und der Unsicherheit bewahrt, die mit diesen globalen Herausforderungen einhergehen. Vielleicht würde er an einer todbringenden Krankheit erkranken, wäre er noch bei uns und würde sich sehr quälen? Vielleicht würde er eingezogen, um gegen Putin zu kämpfen, sein Leben verlieren oder schwer verletzt zurückkommen? Es ist nicht abzuschätzen, wie sich dieser Krieg entwickeln wird. Konflikte und bewaffnete Auseinandersetzungen sind an vielen Orten präsent.
Es ist eine traurige Vermutung, die auf einem Funken Trost inmitten der Dunkelheit beruht – die Vorstellung, dass der Verlust eines geliebten Menschen, so schmerzhaft er auch sein mag, ihn möglicherweise vor den unermesslichen Leiden bewahrt hat, die unsere Erde plagen. Vielleicht existiert er in dem anderen, unbekannten Dasein in Frieden und Unschuld, fern von den Schrecken und Qualen, weiter. Das könnte ein Trost sein, ein kleiner Hoffnungsschimmer, nach all dem, was mit ihm geschehen ist. Ich drücke mich im Konjunktiv aus. Die Gedanken sind zwar vorhanden, doch ein lebender Jens wäre mir zweifellos lieber. Was ist das nur für eine Welt, die solche Ideen überhaupt zulässt?
Daher ist es beruhigend zu erleben, wie Menschen trotz allem noch zusammenhalten.
Am 6. Februar jährte sich zum 64. Mal das Gedenken an eine Flugzeugkatastrophe. Dabei kamen 23 Personen, darunter sieben Spieler von Manchester United, am Flughafen München-Riem 1958 ums Leben. 21 Insassen wurden verletzt. Das Flugzeug sollte den englischen Rekordmeister von einem Fußballspiel in Belgrad über München zurück nach England bringen.
Die einstigen Rivalen treffen sich in München zu gemeinsamen Gedenkfeiern, wo ein Gedenkstein mit den Namen der Verstorbenen und eine Gedenkvitrine existieren.
Dieser Geist des Zusammenhalts ist es, der mir Hoffnung gibt in einer Welt, die oft chaotisch und bedrohlich erscheint.
Entdecke mehr von SEELENRISSE
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
